28.6.2018: „Netzwerke(n) gegen Gewalt „

Fachveranstaltung mit Claudia Igney* –

Zeit: 18 Uhr

Ort: Christuskirche (Stadtgarten-Viertel, Dorothee-Sölle-Platz/Herwarthstraße)

Eintritt frei

Sexualisierte Gewalt verletzt, isoliert, zwingt zum Abspalten dessen, was nicht aushaltbar ist. Wenn lebensbedrohliche Gewalt in früher Kindheit wiederholt geschieht, kann dies bis zur strukturellen Spaltung der Persönlichkeit (Dissoziative Identitätsstruktur/DIS) führen. Dissoziation und „Viele-Werden“ hilft beim Überleben – führt aber auch zu ernsthaften Beeinträchtigungen im Leben, z.B. durch Erinnerungslücken, Flashbacks (Erinnerungsblitze abgespaltener Bilder, Gefühle, Schmerzen) und Persönlichkeitswechsel, die durch innere oder äußere Trigger ausgelöst werden.

Betroffene beschreiben oft, dass das Schaffen von Verbindungen im Inneren ebenso wie gute Unterstützungsnetzwerke im Außen wichtig sind, um die Folgen der Gewalt zu verringern und alle Kraftquellen und Fähigkeiten im heutigen Leben nutzen zu können.

Wie kann es gelingen, die innere Kommunikation und Zusammenarbeit zu fördern? Welche Hilfen  und welche Formen der Zusammenarbeit im Außen wünschen sich Betroffene? Was brauchen interdisziplinäre Netzwerke, um fallbezogen und auf struktureller Ebene gut zusammenzuarbeiten?

Nach einem fachlichen Input von Claudia Igney möchten wir gerne zur Diskussion und zum Austausch über die o.g. Fragen einladen. Interessierte und Netzwerk-erfahrene oder -suchende Menschen aus allen beruflichen und unterstützenden Zusammenhängen sind herzlich eingeladen.

*Zur Referentin: Claudia Igney ist Sozialwissenschaftlerin (M.A.), seit 20 Jahren bei VIELFALT e.V. in der Beratung, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit zu Dissoziativer  Identitätsstruktur/“Viele-Sein“, seit 2016 Mitglied im Fachkreis Sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Außerdem am selben Abend:

Eröffnung der Mitmach-Ausstellung „Meine Kraftquelle(n) – Was mir beim Überleben eines Traumas nach (sexualisierter) Gewalt geholfen hat“

Ebenfalls in der Christuskirche


 


Fachaustausch Komplextraumata/DIS

Immer mehr Berufsgruppen haben mit Menschen zu tun, die aufgrund massiver Gewalterfahrungen komplex traumatisiert sind. Viele von ihnen mussten dissoziieren, um die oft lebensbedrohlichen Situationen zu überleben, oder wurden von den Täter*innen/ Tätergruppen gezielt aufgespalten. Oft sind die Helfer*innen das erste Mal mit solchen Formen Dissoziativer Identitäten (DIS – auch bekannt als MPS/Multiple Persönlichkeitsstörung) konfrontiert und finden innerhalb ihrer eigenen Zusammenhänge wenig Unterstützung.

Um Fachleuten unterschiedlicher Professionen die Möglichkeit zur Information und zum Austausch über diese Thematik zu geben, gibt es bei uns 4 Mal im Jahr diese offene Gruppe. Der Abend beginnt meistens mit einem kurzen Einstiegsreferat, einem Film o.ä.; im Anschluss gibt es die Möglichkeit zu Austausch und Fallbesprechungen (anonymisiert).

Termine in 2018

  • 17. Mai – dieser Termin entfällt, dafür laden wir alle Interessierten ganz herzlich zu unserer Jubiläumsveranstaltung am Donnerstag, 28.6. um 18 Uhr ein, bei der es ebenfalls um das Thema Komplextrauma/DIS gehen wird. Ort: Christuskirche, Herwarthstraße. Referentin: Claudia Igney von Vielfalt e.V., Bremen. Weitere Infos s.o.
  • 6. September
  • 29. November

Jeweils von 18-20 Uhr. Die Schwerpunktthemen des jeweiligen Abends werden vorab an dieser Stelle bekannt gegeben.

Ort: Herwarthstr. 10, 50672 Köln (Stadtgarten-Viertel)

Kosten: 15-20 € (Teilnahmebescheinigungen werden ausgestellt)

Anmeldung erforderlich (0221/562035 oder mailbox@notruf-koeln.de)