40 JAHRE NOTRUF KÖLN           

In 2018 gibt es eine Reihe von Aktionen und Veranstaltungen rund um unser 40-jähriges Bestehen – wir planen z.T. kurzfristig, daher bitte immer die aktuellen Hinweise auf unserer Website beachten, die dieses Logo tragen!

 

* Spendenaufruf für Schiffstour „Wir machen klar Schiff – und das seit 100 Jahren!“ 

FINDEN SIE AUCH, dass gerade bei einer Arbeit, die sich mit schweren, komplexen Themen auseinandersetzt, immer wieder mal ausgelassen gefeiert werden muss?!
Wir, drei autonome Kölner Frauenorganisationen, werden in diesem Jahr zusammen 100 Jahre alt: agisra e.V., Beratungsstelle für geflüchtete Frauen und Migrantinnen (25 Jahre) + Frauengesundheitszentrum Hagazussa e.V. (35 Jahre) + Notruf für vergewaltigte Frauen e.V. (40 Jahre).
Seit 100 Jahren setzen wir uns – z.T. ehrenamtlich oder mit wenig Bezahlung – für die Rechte der Frauen ein. Das wollen wir Ende September zusammen mit langjährigen Kooperationspartner*innen und Unterstützer*innen, ohne die wir all die Erfolge niemals geschafft hätten, auf einem Rheinschiff feiern. Das Motto der Party lautet „Wir machen klar Schiff – und das seit 100 Jahren“. Viele Unwetter und Stürme haben wir überstanden und an diesem Abend ist das Schiff klar zum Auslaufen!
Dafür suchen wir noch Menschen, die unsere Arbeit wertschätzen und das durch eine Spende ermöglichen wollen. Kleine und große Beträge sind willkommen (wir sind als gemeinnützig anerkannt): Notruf Köln e.V., IBAN DE95 3705 0198 1930 7532 47. Stichwort: Spende Schiff. VIELEN DANK

 

* Fortlaufende Mitmachaktion „Meine Kraftquelle(n) – Was mir beim Überleben eines Traumas nach (sexualisierter) Gewalt geholfen hat“

Kraftquellen sind Ressourcen – innere und äußere: Hilfsmittel, Energien und Fähigkeiten, die uns zur Verfügung stehen und uns Kraft geben, schwierige Zeiten zu überstehen. Menschen, die Traumatisches überlebt haben, haben für sich hilfreiche Ressourcen finden / entwickeln / zulassen können.

Der Kölner Notruf für vergewaltigte Frauen – Frauen gegen Gewalt e.V. besteht in 2018 seit genau 40 Jahren. In dieser Zeit haben wir viele Frauen begleitet und konnten eine große Bandbreite an Kraftquellen beobachten… jetzt wollen wir sie durch diese Mitmachaktion sichtbar machen: um Mut zu machen und Hoffnung zu geben. Und um zu zeigen, auf welch vielfältige und kreative Weise aus Opfern Überlebende werden können.

Ausstellung: Alle, die sich angesprochen fühlen, sind herzlich eingeladen, diese Vorlage zu gestalten – mit der/den eigenen Kraftquelle(n). Schreiben, Malen, Fotos, Collagen… alles ist möglich! Wir sammeln die eingeschickten Seiten, laminieren sie und binden sie zu Ausstellungs-Büchern. Die aussagekräftigsten Seiten werden auf DIN A3 vergrößert und als Poster ein Teil der Ausstellung. Sie soll immer weiter anwachsen und innerhalb von Köln und darüber hinaus verliehen werden. Die Ausstellung wurde am 28. Juni im Rahmen der Veranstaltung „Netzwerke(n) gegen Gewalt“ (s.u.) mit 22 Exponaten eröffnet und soll jetzt weiter anwachsen.

Die Seiten können per Post oder eingescannt per E-Mail zurückgeschickt werden. Sie werden außer in der Ausstellung auch noch auf unserer Website und auszugsweise auf facebook (facebook.com/NotrufKoeln) und in Pressemitteilungen veröffentlicht.

Adresse: Notruf Köln e.V., Herwarthstr. 10, 50672 Köln, E-Mail: mailbox@notruf-koeln.de.

Infoflyer als Download

 

BEISPIELE FÜR BEREITS EINGESANDTE KRAFTQUELLEN:

Kraftquelle1

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Bisherige Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläumsjahres:

* 19.4.2018: Stolperstein-Verlegung

                

Zur Verlegung am 19.4. mit dem Künstler Gunter Demnig konnten wir einige Interessierte aus dem Stadtgarten-Viertel, Kolleginnen aus anderen Frauenprojekten und weitere BesucherInnen begrüßen. Zu unserem 40-jährigen Bestehen haben wir die Patenschaft für einen Stolperstein für Lieselotte Nienaber übernommen, die in dem Haus schräg gegenüber von unserer Beratungsstelle gewohnt hat, bis sie untertauchen musste.

Hintergrundinformationen über Lieselotte Nienaber.

 

* 28.6.2018: Netzwerke(n) gegen Gewalt

Fachveranstaltung mit Vortrag und Diskussion in der Christuskirche (Herwarthstraße). Als Referentin hatten wir Claudia Igney von Vielfalt e.V., Bremen eingeladen, bei der Diskussionsrunde waren Verteter*innen verschiedener Berufsgruppen dabei, die sehr engagiert auch mit Menschen mit DIS arbeiten.

Inhalte:

Sexualisierte Gewalt verletzt, isoliert, zwingt zum Abspalten dessen, was nicht aushaltbar ist. Wenn lebensbedrohliche Gewalt in früher Kindheit wiederholt geschieht, kann dies bis zur strukturellen Spaltung der Persönlichkeit (Dissoziative Identitätsstruktur/DIS) führen. Dissoziation und „Viele-Werden“ hilft beim Überleben – führt aber auch zu ernsthaften Beeinträchtigungen im Leben, z.B. durch Erinnerungslücken, Flashbacks (Erinnerungsblitze abgespaltener Bilder, Gefühle, Schmerzen) und Persönlichkeitswechsel, die durch innere oder äußere Trigger ausgelöst werden.

Betroffene beschreiben oft, dass das Schaffen von Verbindungen im Inneren ebenso wie gute Unterstützungsnetzwerke im Außen wichtig sind, um die Folgen der Gewalt zu verringern und alle Kraftquellen und Fähigkeiten im heutigen Leben nutzen zu können.

Wie kann es gelingen, die innere Kommunikation und Zusammenarbeit zu fördern? Welche Hilfen  und welche Formen der Zusammenarbeit im Außen wünschen sich Betroffene? Was brauchen interdisziplinäre Netzwerke, um fallbezogen und auf struktureller Ebene gut zusammenzuarbeiten?

*Zur Referentin: Claudia Igney ist Sozialwissenschaftlerin (M.A.), seit 20 Jahren bei VIELFALT e.V. in der Beratung, Vernetzung und Öffentlichkeitsarbeit zu Dissoziativer  Identitätsstruktur/“Viele-Sein“, seit 2016 Mitglied im Fachkreis Sexualisierte Gewalt in organisierten und rituellen Gewaltstrukturen beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

* 30.6.2018: Offene Tür in unserer Beratungsstelle

In Kombination mit dem diesjährigen Straßenfest „Le picnique“ in unserem Veedel (Stadtgarten-Viertel) waren zwischen 15 und 17 Uhr die Türen unserer Beratungsstelle geöffnet. Bei Sekt, Saft und kleinen Leckereien gab es einen Einblick in die 40-jährige Geschichte des Kölner Frauennotrufs und auch die Ausstellung „Meine Kraftquelle(n)“ wurde gezeigt.

Mit dabei war auch Rechtsanwältin Rita Seppelfricke, die uns als Untermieterinnen aufgenommen hat. Sie vertritt seit über 25 Jahren auf zivilrechtlicher und gewaltschutzrechtlicher Ebene überwiegend Frauen, die Schutz benötigen, um aus ihren gewalttätigen Beziehungen auszubrechen und neu anzufangen.